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[Die August-Heyn-Gartenarbeitsschule in Britz]  Schulgärten gibt es in Berlin schon lange. 1749 ließ der Oberkonsistorialrat Julius Hecker (1707 - 1768) eine »wüste« Stelle im Tiergarten, das heutige Lennédreieck einzäunen und als Schulgarten seiner »Mathematisch-ökonomischen Realschule« gestalten. Hecker wollte den naturkundlichen Unterricht in einem größeren Gartengelände praktisch unterstützen und so den allgemeinbildenden Unterricht mit der Arbeitswelt verbinden. Diesem Ansatz folgten Anfang des letzten Jahrhunderts auch die Reformpädagogen, die die ganzheitliche Bildung der Schülerpersönlichkeiten durch praktische Arbeit im Schulgarten fördern wollten.

Overview, Photo: Gabriele Kantel. 06.09.2003 Apfelbaum, Photo: Gabriele Kantel. 06.09.2003 Nistkästen, Photo: Gabriele Kantel. 06.09.2003
Holzstoß, Photo: Gabriele Kantel. 06.09.2003 Wein, Photo: Gabriele Kantel. 06.09.2003 Auberginen, Photo: Gabriele Kantel. 06.09.2003

Der Lehrer und SPD-Abgeordnete August Heyn (1879 - 1959) wollte dies sicher auch, aber viel mehr stand beim ihm die Idee im Vordergrund, die Schulkinder mit gesunden, frischen Nahrungsmitteln zu versorgen. Schon 1914/15 hatte er von der Stadt Neukölln ein Stück Land zugewiesen bekommen, um die kriegsbedingte schlechte Versorgung der Kinder und ihrer Familien zu verbessern. Den Durchbruch seiner Ideen brachte ein Magistratsbeschluß vom 22. Dezember 1919 zur Einführung der Gartenarbeitsschulen an sechs Volksschulen. August Heyn wurde Ostern 1920 mit der Leitung und Organisation der ersten Gartenarbeitsschule am Neuköllner Teltowkanal betraut. »Wo einst Steine, Schutt, Gruben oder Unkraut das Auge beleidigten, breiteten sich nun bald grüne, blühende Gemüsebeete aus«, schrieb Heyn 1921 in seinem Büchlein »Die Gartenarbeitsschule«. Durch Beobachten, Forschen und Erleben sollten die Schüler die Wunder der Natur erfahren.

Getrocknete Gräser, Photo: Gabriele Kantel. 06.09.2003 Kürbis, Photo: Gabriele Kantel. 06.09.2003 Blaue Wiese, Photo: Gabriele Kantel. 06.09.2003
In der Schule, Photo: Gabriele Kantel. 06.09.2003 Gartenplan, Photo: Gabriele Kantel. 06.09.2003 Bienenausstellung, Photo: Gabriele Kantel. 06.09.2003

Einen grundlegenden Bedeutungswandel erfahren die Gartenarbeitsschulen in der Zeit des Nationalsozialismus. Sie wurden bedingungslos in den Dienst der NS-Ideologie gestellt. Nach dem zweiten Weltkrieg gab es 5 Gartenarbeitsschulen in Neukölln, heute ist nur noch eine davon übriggeblieben. Weitere Gartenarbeitsschulen gab und gibt es in den anderen Berliner Bezirken. In den Notzeiten nach dem Zweiten Weltkrieg sind sie in erster Linie wieder Lieferant von Lebensmitteln, später sorgt die einsetzende »Verwissenschaftlichung« des Biologieunterrichts dafür, daß die Gartenarbeit in den Hintergrund gedrängt wird.

Erst die stärker werdende Ökologiebewegung der 70er Jahre bringt die Bedeutung ökologischer Unterrichtsinhalte, des freilandbiologischen Unterrichts und der traditionellen Gartenarbeit wieder an die Schulen zurück.

Gewächshaus, Photo: Gabriele Kantel. 06.09.2003 Wetterfahne, Photo: Gabriele Kantel. 06.09.2003 Kakteen, Photo: Gabriele Kantel. 06.09.2003
Gartenbeete, Photo: Gabriele Kantel. 06.09.2003 Grüner Apfel, Photo: Gabriele Kantel. 06.09.2003 Backofen, Photo: Gabriele Kantel. 06.09.2003

Die heutige August-Heyn-Gartenarbeitsschule wurde in den 50er Jahren auf dem Gelände des ehemaligen Rittergutes Britz errichtet. Das 3,3 Hektar große Gelände ist ein Naturparadies, in dem fast alle heimischen Sträucher und Bäume wachsen. Es gibt einen kleinen Wald, einen Stein- und einen Gewürzgarten, einen Teich, ein Getreidefeld, das jedes Jahr neu angelegt wird und natürlich Blumen. Hier haben die Neuköllner Kinder und Jugendlichen die Möglichkeit, Natur zu erleben und den verantwortlichen Umgang mit ihr zu erlernen. Der ursprüngliche Arbeitsschulgedanke ist dabei immer noch präsent. Die Schüler bearbeiten weitestgehend eigenständig ihre Beete und erleben dabei die Entwicklung der Pflanzen von der Aussaat bis zur Blüte oder Ernte. Zusätzlich bilden aktuelle Themen aus dem Bereichen der Natur und Umwelt einen besonderen Schwerpunkt der Gartenarbeitsschule.

Die Arbeit ist so erfolgreich, daß seit 1999 eine Filiale der Gartenarbeitsschule für Neu-Britz (auf dem Gelände des kleinen Parks an der Rungius-/Jahnstraße) geplant ist.

Die Gartenarbeitsschule wird durch einen Förderverein tatkräftig unterstützt.

August Heyn starb 1959 und wurde auf dem Friedrichswerder Kirchhof an der Kreuzberger Bergmannstraße beigesetzt. Das Bezirksamt Neukölln ehrte im Dezember 2002 den Schulgründer mit einem Gedenkstein auf seinem Grab.

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